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Cascada del Salto Wasserfälle bei Anna

Cascada del Salto – die Wasserfälle bei Anna

Nachdem wir unseren Adblue System Fehler kurzfristig in einer Mercedes Werkstatt beheben lassen konnten, ging es weiter. Unsere Reise führte uns nach dem Besuch des Klosters Santa María de la Valldigna weiter zu einer unerwarteten Abenteuerwanderung. Unser eigentliches Ziel ist ja der Campingplatz Don Cactus in Carchuna, den wir erst in zwei Wochen erreichen wollen. Deshalb beschlossen wir, einen kurzen Umweg nach Anna zu machen, um die Wasserfälle Cascada del Salto und Cascada de los Vikingos in der Umgebung zu erkunden. Unser Zeitplan ist flexibel, und wir haben noch zwei Wochen, um unser Endziel zu erreichen.

Ankunft in Anna und die ungewöhnliche Straße

In Anna angekommen, führte uns unser Navigationsgerät zu einer schmalen Straße, die angeblich zum geplanten Parkplatz führen sollte. Vor dem Abbiegen waren wir jedoch skeptisch und beschlossen, zunächst zu parken und die Straße zu inspizieren. Nach einer kurzen Überprüfung entschieden wir, dass sie für unser Wohnmobil durchaus befahrbar ist, und wagten uns auf den Weg. Ein wenig Rangieren an der Einfahrt war notwendig, aber für erfahrene Wohnmobilfahrer, wie uns, war das kein Problem.

Die Entdeckung des Wanderwegs

Unsere Wanderung begann am Parkplatz, und wir fanden über die App Komoot heraus, dass es einen Rundweg von ca. 5 Kilometern zu den drei Wasserfällen Cascada del Salto, Cascada de los Vikingos und Gorgo Gaspar gibt.

Der Cascada del Salto, übersetzt der „Wasserfall des Sprungs„, trägt nicht nur einen malerischen Namen, sondern hat auch eine faszinierende Geschichte. Dieser Wasserfall ist Teil der reichen Naturgeschichte von Anna und wurde im Laufe der Jahrhunderte von zahlreichen Menschen bewundert. In der Vergangenheit wurden Wasserfälle oft als Quellen der Inspiration und mystischer Bedeutung betrachtet. Sie dienten in einigen Kulturen sogar als spirituelle Orte, an denen Rituale und Zeremonien abgehalten wurden.

Der steile Abstieg zum ersten Wasserfall

Gut ausgerüstet mit Wanderschuhen und der Vorwarnung, dass der Weg anspruchsvoll sein könnte, machten wir uns auf den Weg. Bereits nach den ersten Metern wurde es spannend. Die App führte uns geradewegs zu einer Stelle, an der ein Schild „Acceso privado“ (privater Zugang) an einem Felsen prangte. Da dies jedoch der einzige Weg zu sein schien, zögerten wir nicht lange und stiegen den steilen Pfad gegen 12:30 Uhr hinab.

Eingang zum Rundweg - Cascada del Salto
„Eingang“ zum Rundweg

Der beeindruckende Cascada del Salto

An diesem Tag war das Wetter mit angenehmen 25 Grad viel erträglicher als in den vorangegangenen Tagen mit 30 Grad. Nach nur wenigen Minuten erreichten wir den ersten Wasserfall, den Cascada del Salto, und waren von seiner Lage und Höhe beeindruckt. Hier entschloss sich meine Frau, ihre Schuhe auszuziehen und durch das Wasser zu laufen, während ich über die wenigen herausragenden Steine im Bachbett kletterte, um näher an den wasserfall zu gelangen und die beste Position für ein Foto zu finden. Wir waren völlig alleine an diesem fantastischen Ort und genossen die Atmosphäre.

Die Herausforderungen des Weges

Unser abenteuerlicher Weg führte uns weiter über relativ morsche Holzbretter, die auf dem aufgeweichten Boden lagen. Zum Glück, denn ohne diese Bretter wären wir vielleicht im Schlamm steckengeblieben. An einigen kritischen Stellen gab es Geländer mit Seilen, aber es gab auch Stellen, an denen wir uns gewünscht hätten, dass sie vorhanden wären.

Die Wasserdurchquerung am Cascada de los Vikingos

Nach etwa 40 Minuten Wanderung durch unwegsames Gelände erreichten wir den Cascada de los Vikingos. Hier erwartete uns eine Überraschung: Um weiterzukommen, mussten wir unsere Schuhe ausziehen und die ersten Meter knietief durch das Wasser waten. Erst danach führte ein Holzsteg weiter zum anderen Ufer.

Als Liebhaber von Abenteuern war ich begeistert und bereit, meine Schuhe abzulegen und durch das erfrischende Wasser zu stapfen. Meine Frau folgte meinem Beispiel, und wir passten gut auf, um den rutschigen Holzsteg sicher zu überqueren. Als wir fast das andere Ufer erreicht hatten, spürten wir die immense Kraft des Cascada de los Vikingos. Die aus ca. 15 m herabstürzenden Wassermassen erzeugten einen derartigen feuchten Wind, dass wir fast komplett durchweicht wurden und immer wieder innehalten mussten, um nicht von den glitschigen Felsen geweht zu werden.

Nach der Wasserdurchquerung

Am anderen Ufer angelangt, fanden wir uns im Schlamm wieder. Da wir keine Informationen über die bevorstehende Wasserdurchquerung hatten, fehlte uns etwas zum Abtrocknen. Also schüttelten wir den Dreck von unseren Füßen, zogen die Socken wieder an und schlüpften in unsere Wanderschuhe.

Gewaltige Wassermassen des Cascada de los Vikingos
Cascada de los Vikingos

Der letzte Wasserfall – Gorgo Gaspar

Der letzte Wasserfall, Gorgo Gaspar, war zwar schön anzusehen, aber im Vergleich zu den beiden vorherigen Wasserfällen eher eine Miniaturausführung. Auf dem weitern Weg kamen wir an der ehemaligen Fabrik „Fábrica de Miguelín“ vorbei. Später verliefen wir uns dann noch ein bißchen, fanden aber bald wieder auf den richtigen Weg zurück.

Lost Place Fábrica de Miguelín bei Anna
Fábrica de Miguelín bei Anna

Fazit: Eine unvergessliche Wanderung in Anna

Obwohl diese Wanderung nur etwa 5 Kilometer lang war, hat sie sich absolut gelohnt. Der Rundweg bot eine Fülle von Naturerlebnissen, Abenteuern und erfrischendem Wasser. Dank der behaglichen Temperatur von 25 Grad an diesem Tag war die Tour äußerst angenehm. Dennoch sollte man trittsicher sein und Erfahrung im Wandern in felsigem Gelände mitbringen. Die Wasserdurchquerung war zweifellos das Highlight dieser Wanderung, und wir werden diesen Ausflug noch lange in Erinnerung behalten.

Jochen Bake

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist. Seit 10/2023 haben wir unsere Jobs gekündigt und reisen das ganze Jahr durch Europa.

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