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Wohnmobilstellplatz in Orgelet

Orgelet: Mehr als nur ein Stellplatz

Am Vortag hatten wir bei angenehmen Temperaturen den malerischen Cascade des Tufs besucht und waren fest davon ausgegangen, dass unser Ausflug hier seinen Höhepunkt erreicht hatte. Der Wasserfall beeindruckte uns mit seiner natürlichen Schönheit und dem beruhigenden Rauschen des Wassers. Doch wir sollten bald erfahren, dass unser Tag noch einige Überraschungen für uns bereit hält. Denn in Orgelet sprach uns ein Franzose an, der gut deutsch sprach und vor Jahren in Frankfurt gearbeitet hatte.

Eine Nacht in Orgelet

Unsere Übernachtung hatten wir in Orgelet geplant, nachdem wir über Park4Night einen kostenlosen Stellplatz mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten gefunden hatten. Als wir den Stellplatz erreichten, stellten wir fest, dass er sich von den Bildern in der App unterschied. Obwohl er nicht unseren Erwartungen entsprach, waren wir nicht enttäuscht, auch wenn die nahegelegene Hauptstraße uns Sorgen wegen möglicher Lärmbelästigung in der Nacht bereitete.

Wir bevorzugen Stellplätze mit Wiese und hatten auch einen netten Nachbarn
Wir bevorzugen Stellplätze mit Wiese und hatten auch einen netten Nachbarn

Die Erkundung von Orgelet

Voller Neugier erkundeten wir das charmante Dorf Orgelet und machten einen Spaziergang durch seine engen Gassen. Dabei stießen wir auch auf die Ver- und Entsorgungsstation, die etwas versteckt um die Ecke lag. Interessanterweise gab es sogar eine Toilette und ein Waschbecken, obwohl diese nicht besonders einladend aussahen und wohl schon lange nicht mehr benutzt worden waren. Ein Schild verwirrte uns, da es darauf hinwies, dass nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen hier versorgt werden durften, was angesichts der örtlichen Gegebenheiten kaum möglich erschien.

Orgelet: Ein Fenster in die Vergangenheit
Orgelet, ein malerisches Dorf in der Region Jura, Frankreich, fasziniert mit seiner reichen Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Bereits in der keltischen Zeit spielte dieser Ort eine wichtige Rolle, später während des Römischen Reiches in der Handelsroute zwischen Italien und Gallien. Im Mittelalter erblühte Orgelet zur blühenden Stadt, umgeben von beeindruckenden Stadtmauern. Auch die religiöse Bedeutung war präsent, und die Abtei von Gigny hatte hier ihren Einfluss. Die Renaissance brachte kulturellen Reichtum und prachtvolle Gebäude wie das Château d’Orgelet. Heute erinnern gut erhaltene Gebäude und historische Spuren an diese bewegte Geschichte, die Orgelet zu einem faszinierenden Fenster in die Vergangenheit macht. Ein Besuch in diesem charmanten Dorf ist eine Reise durch die Jahrhunderte und eine Entdeckung seiner reichen kulturellen Erbe.

Ein Spaziergang durch das charmante Orgelet: Begegnung mit einem Antiquitätenhändler

Während wir Orgelet erkundeten, kamen wir an einem Antiquitätenhändler vorbei, der seine Waren auf dem Gehsteig und Teilen des Parkplatzes ausgestellt hatte. Vielleicht war die Fläche auch extra für ihn reserviert, denn diese war mit einem absoluten Halteverbot am Boden markiert. Diese zufällige Begegnung fügte unserem Spaziergang eine interessante Facette hinzu. Die Gegenstände, die er zum Verkauf anbot, vermittelten den Eindruck, als würden sie Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen. Es war eine eindrucksvolle Erinnerung daran, wie das Erbe und die Geschichte in den engen Gassen eines Ortes wie Orgelet lebendig bleiben können.

Interessante Begegnung mit unserem französischen Nachbarn

Am Fahrzeug angekommen, wurden wir von unserem französischen Nachbarn angesprochen, der mit seinem Wohnmobil neben uns stand. Seine gute Beherrschung der deutschen Sprache überraschte uns positiv, und er erzählte uns von seinen vier Jahren, die er in Frankfurt gearbeitet hatte. Diese zufällige Begegnung entwickelte sich zu einem spannenden Gespräch, und er holte sogar seine Frau hinzu, die noch besser deutsch sprach als er selbst. Es war erstaunlich zu erfahren, dass sie nur etwa zehn Kilometer von diesem Ort entfernt wohnen und dennoch gerne eine Übernachtung in der nahen Umgebung einlegen, bevor sie am nächsten Tag ihre Reise fortsetzten.

Orgelets vergessene Geschäfte und charmante Fotomotive

Während unseres Spaziergangs durch Orgelet bemerkten wir einige alte Geschäfte, die offensichtlich seit vielen Jahren geschlossen waren. Die verlassenen Schaufenster und verwitterten Eingangstüren faszinierten mich und boten reizvolle Fotomotive. Es schien, als ob die Zeit in diesen Geschäften stillgestanden hatte, und sie erzählten stumme Geschichten aus vergangenen Tagen.

Ein kulinarisches Experiment am Abend

Am Abend wagten wir uns an ein kulinarisches Experiment heran, das von meiner einfallsreichen Frau inspiriert wurde. Sie hatte die Idee, auf unserem Enders Gasgrill, der in der Heckgarage montiert ist, eine Art Auflauf mit Gemüse und Käse zuzubereiten. Wir waren uns bewusst, dass der Käse ohne Oberhitze nicht knusprig werden würde, aber wir waren dennoch gespannt auf das Ergebnis. Als der Käse schön geschmolzen war, fanden wir uns lächelnd am Abendessenstisch wieder. Meine Frau hatte es erneut geschafft, aus verschiedenen Zutaten im Kühlschrank etwas Köstliches zu zaubern. Ihre kulinarische Kreativität und ihr Wunsch, mich mit ihren Gerichten zu verwöhnen, machen unsere Reisen umso genussvoller und unvergesslicher.

Orgelet
Orgelet Wohnmobil Stellplatz

Eine ruhige Nacht trotz Baustelle

Die Nacht verlief erfreulich ruhig, obwohl wir am Tag zuvor viele Lastwagen aufgrund einer Baustelle und Umleitung in der Gegend bemerkt hatten. Orgelet hatte uns nicht nur einen unerwarteten Stellplatz geboten, sondern auch die Möglichkeit, interessante Begegnungen zu erleben. Manchmal sind es gerade die unerwarteten Abenteuer und Begegnungen, die unsere Reisen so besonders und unvergesslich machen.

Jochen Bake

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist. Seit 10/2023 haben wir unsere Jobs gekündigt und reisen das ganze Jahr durch Europa.

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