Deutschland

Wohnmobilstellplatz Schafferhof

Wir besuchen die Zoiglwirtschaft Schafferhof

Von Hof in Oberfranken aus bis nach Windischeschenbach ins Herz der Zoigl Biere sind es nur 73 km. Wir hatten schon am Vortag unseren Hymer ML-T 620 fertig gemacht und konnten so am Samstag früh gleich losfahren. Ausgesucht hatten wir uns den Wohnmobilstellplatz Schafferhof, er ist kostenlos und bietet keine Ver- und Entsorgung. Der Platz liegt ideal im Zentrum von Windischeschenbach. Bei der Ankunft waren bestimmt 12 Fahrzeuge vorhanden, auch ein paar PKWs, die sich mit Planen einen Sonnenschutz gebaut hatten. Später erfuhren wir, dass sie zum Klettern hier sind und nur ein paar hundert Meter entfernt die Felsen erklimmen wollen. Wir stellten unser Fahrzeug ab und machten und für einen Spaziergang durch den Ort fertig.

Es führt ein Weg vom Stellplatz hinauf ins Zoigl Zentrum. Ihr könnt nichts verfehlen, weil alles ausgeschildert ist. Dabei kommt man an der Burg Neuhaus mit seinem Turm vorbei. Hier machen wir unsere erste Pause für ein paar Fotos.

Zoiglwirtschaft Schafferhof mit leckeren Pfefferbrezeln

Von der Burg Neuhaus sind es nur ein paar Meter bis zur Zoiglwirtschaft Schafferhof. Es war inzwischen 12.30 Uhr und nichts los. Es saß der Eigentümer mit 2 Personen davor. Wir kauften uns ein Zoigl, setzten und dazu und es entwickelte sich ein ganz tolles Gespräch. Wir bekamen kostenlos zum Zoigl die leckersten Pfefferbrezeln, die wir je gegessen habe. Natürlich blieb es nicht bei einem Zoigl, denn es ist süffig und genau das richtige gegen die Hitze. Die Sonne knallte regelrecht vom Himmel.

Einen Blick in die Wirtschaft machten wir auch, denn es ist eine ausgebaute Scheune mit mehreren Ebenen. Alles ist ganz toll urig eingerichtet. Hier finden allerhand Theater und Musikveranstaltungen statt. Aber irgendwann mussten wir auch mal weiter.

Platzregen beim Schoilmichl

Es ging weiter den Berg hinauf ins Stadtzentrum. Dort sind viele weitere Zoiglgaststätten. Das Wetter verschlechterte sich zusehends und wir beschlossen beim Schoilmichl etwas zu Essen. Er bietet nämlich einen überdachten Platz im freien an, der uns vor dem Regen schützen würde. Die Strategie war gut, denn kaum saßen wir, begann ein Platzregen. So etwas Heftiges haben wir schon lange nicht mehr erlebt.

Wissenswertes über das Zoigl Bier

Die Oberpfalz ist für sein Zoigl Bier bekannt, weshalb die „Oberpfälzer Zoiglkultur“ seit 2018 als „Immaterielles Kulturerbe Bayern“ zählt.

Das Original Zoigl – Bier (auch Kommunbier genannt) ist ein untergäriges, ungefiltertes Bier, das in Kommunbrauhäusern (noch mit Holzfeuerung), nach dem Bayrischen Reinheitsgebot hergestellt wird. Verwendet wird hierzu nur der beste Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Nach abgeschlossenem Brauvorgang, kommt die Würze ins  Kühlschiff, wo es über Nacht ruht und auskühlt. Am nächsten Tag in der Früh, wird es in einem großen Fass heimgefahren. Dort wird es in den Gärbottich („Kuafn“) gefüllt. Hier wird erst die Hefe zugesetzt, die den Zucker in Alkohol umwandelt. Nach etwa 10 Tagen Gärungszeit wird das Zoiglbier in die Tanks gefüllt, in denen es noch mehrere Wochen ausreifen muss. Ausgeschenkt wird er dann ungefiltert, direkt vom Lagertank.

https://zoiglbier.de/historisches-2

Die Nacht am Schafferhofer Stellplatz

Genau solche Stellplätze lieben wir, einfach dafür kostenlos. Wir kommen mit unserem Fahrzeug autark ca. 3-4 Tage aus, obwohl wir jeden Tag duschen. Man muss sich nur seine Ressourcen einteilen. Im Artikel Wie lade ich den E-Scooter im Wohnmobil könnt ihr unsere Stromausstattung nachlesen. Zum Ausklang gibt es Abends meist ein Glas Rotwein und wenn das Wetter passt genießen wir es immer vor dem Fahrzeug.

Hymer ML-T 620
Hymer ML-T 620

Parkplatz Waldnaabtal Hammermühle

Den Sonntag wollten wir noch für eine kleine Wanderung nutzen und suchten in der näheren Umgebung die Hammermühle heraus. Der Parkplatz war gut gefüllt und für unser Fahrzeug fanden wir noch ein Plätzchen. Das Wetter war bedeckt, aber schwül warm. Der Wanderweg führt herrlich in den Wald, vorbei an ein paar Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkten. Besonders gut hat uns die kleine Kapelle gefallen, die geöffnet war und sogar ausgestattet war. Die Steinmännchen vor der Kapelle haben mich zum Fotografieren und recherchieren über die Bedeutung angeregt.

Der Grund, weshalb Menschen in zahlreichen Ländern Steine stapeln, ist vor allem kulturell und religiös motiviert. Einige Steinmännchen erfüllen die Funktion einer Wegmarkierung oder den eines Grenzpunktes, bspw. an Grundstücken. In Skandinavien sind Steinmännchen verbunden mit dem Volksglauben an boshafte Trolle.

Dieses schadet dem bestehenden Ökosystem, da unter den Steinen zahlreiche Tiere wie Spinnen, Eidechsen und Schlangen leben. Werden die Steine aufgetürmt, verlieren die Tiere ihren Lebensraum.

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist.
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