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Markt in Larache Marokko

Medina de Larache

Nach dem Erlebnis auf dem Markt in Asilah war der nächste Halt auf unserer Reise die Medina von Larache. Unser Ziel war es, so viele Eindrücke wie möglich auf dem Weg nach Marrakesch einzufangen. Da wir vorhaben, die maximal erlaubten 3 Monate in Marokko zu verbringen, erkunden wir jede Möglichkeit, die uns das Land bietet. Eine Verlängerungen des Aufenthalts ist möglich, erfordert jedoch ein Visum oder eine Ausreise und Wiedereinreise über Ceuta (spanische Enklave im Norden Marokkos).

Die Medina von Larache – klein aber authentisch

Vom Campingplatz Echrigui aus war Larache nur 50 km entfernt. Der Markt in Larache, im Vergleich zu Asilah kleiner, bot jedoch eine authentischere Atmosphäre. Die Händler waren freundlich und überhaupt nicht aufdringlich. Niemand drängte uns zum Kauf. Möglicherweise haben sich die Menschen an die europäischen Besucher gewöhnt, und so genossen wir einen entspannten Besuch auf dem Markt.

Allerdings waren die Gehwege mit zahlreichen Stolperfallen gespickt. Mit Absätzen von bis zu 15 cm war Vorsicht geboten, um nicht zu stolpern. An vielen Stellen bevorzugten wir daher das Gehen auf der Straße, wie es auch die Einheimischen taten. Die Autofahrer, die uns und ihnen ausweichen mussten, störte das nicht. Hier geht das Leben in einem gemächlichen Tempo voran.

Kuriose Preise und Einblicke

Später fiel uns vor einem Café ein ungewöhnliches Preisschild auf. Hier konnte man nicht nur Kaffee trinken – ein Espresso kostete 6 Dirham (0,60 Euro) – sondern auch Kaffeebohnen kaufen. 100 g kosteten 12 Dirham und ¼ kg 30 Dirham. Das entspricht ungefähr unserem gewohnten Standard.

Ungewonter Preis für einen Cafe in Larache Marokko
Preis für einen Cafe in Larache Marokko

Auf dem Rückweg entdeckten wir einen Fischmarkt, den wir zunächst übersehen hatten. Für einen Europäer ungewohnt war der Anblick des ungekühlten Fischs, der vermutlich aus dem nächtlichen Fang stammte. Das vielfältige Angebot war zwar verlockend, aber meine Frau blieb aufgrund der mangelnden Kühlung skeptisch.

Überladene Toyota Pickups und Alltagsszenen

Ein bleibender Eindruck war ein Toyota Pickup, der mit Steinplatten überladen war. Mit geschätzten mehreren hundert Kilo war er definitiv zu schwer. Es scheint jedoch in Marokko eine gängige Praxis zu sein, schwere Lasten auf den Ladeflächen zu transportieren. Manche LKW´s sind noch einmal so hoch beladen wie das Fahrzeug selbst. Wir konnten mehrfach beobachteten, wie die Ladung bei Wind schwankt.

Überladener Pickup in Marokko mit Steinplatten in Medina de Larache
Überladener Pickup in Marokko mit Steinplatten

Herausforderungen bei der Gasversorgung

Zum Abschluss möchten wir noch einige Worte zur Gasversorgung für unser Wohnmobil verlieren. Das gewohnte Sicherheitsdenken im Umgang mit Gasflaschen in Europa müssen wir hier ablegen. Die Flaschen werden locker auf Fahrzeugladeflächen transportiert und an verschiedenen Orten verkauft, sogar beim Gemüsehändler um die Ecke.

Wir haben uns auch eine Gasflasche für 150 Dirham inklusive Pfand besogt, da es in Marokko keine Gastankstellen gibt, um unseren Gastank zu füllen. Glücklicherweise, denn schon zwei Tage nach dem Erwerb war unsere spanische Gasflasche leer. Beim Anschließen an das marokkanische System stießen wir auf Probleme, die durch einen fehlenden Dichtungsring gelöst werden konnten. Die Prüfung der Füllmenge vor dem Anschluss wurde uns empfohlen, haben wir jedoch aufgrund fehlender Waage und Kenntnisse über das Gewicht der leeren Flasche nicht durchgeführt.

Medina de Larache Marokko mit Gasflaschen
Markt in Larache Marokko mit Gasflaschen

Fazit: Ein Tag in Larache

Unser Tag in der Medina von Larache bot einen vielfältigen Einblick in das alltägliche Leben und die Besonderheiten Marokkos. Der Marktbesuch war geprägt von Authentizität und einer entspannten Atmosphäre, bei der uns die Händler freundlich und ohne aufdringliches Verhalten begegneten. Die Herausforderungen auf den Gehwegen, gespickt mit Stolperfallen, sowie der kuriose Blick auf ungewöhnliche Preise in einem Café, gaben dem Tag eine eigene Würze.

Die Entdeckung des Fischmarktes war für uns als Europäer zwar ungewohnt, aber ein interessanter Einblick in lokale Handelspraktiken. Die Überladung von Fahrzeugen, wie dem Toyota Pickup mit Steinplatten, verdeutlichte zudem, dass die Verkehrsnormen hier anders gehandhabt werden als wir es gewohnt sind.

Die Gasversorgung für unser Wohnmobil stellte eine besondere Herausforderung dar. Die Lockerheit im Umgang mit Gasflaschen und die Notwendigkeit, sich auf unkonventionelle Verkaufsstellen zu verlassen, waren unerwartete Aspekte. Die improvisierte Lösung mit dem fehlenden Dichtungsring zeigte jedoch, dass Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in solchen Situationen unerlässlich sind.

Insgesamt hinterließ Larache bei uns einen positiven Eindruck. Die Stadt mag kleiner sein als andere Reiseziele, aber sie bot uns einen Einblick in das marokkanische Alltagsleben.

Jochen Bake

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist. Seit 10/2023 haben wir unsere Jobs gekündigt und reisen das ganze Jahr durch Europa.

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