Blue Eye Kroatien
Kroatien

Blue Eye in Kroatien -Quelle von Cetina

Das Blue Eye von Kroatien ist die Quelle schlechthin

Im Reisebericht vom frei stehen am Perucko Jezero schrieb ich, dass es mit 34 Grad Abends uns zu warm ist. Wir flüchteten vor der Temperatur, die tagsüber um die 40 Grad hatte. Es ist der 5. Juli und für die Jahreszeit auch für Einheimische etwas zu heiß. Der erste Halt war nach 14 km an der Quelle von Cetina (so heißt auch das Mineralwasser in Kroatien) besser bekannt unter Blue Eye. Als Stellplatz fanden wir mit Park4Night eine Übernachtungsmöglichkeit, die nur 500 Meter entfernt liegt. Die Lage war direkt am Fluss Cetina oder besser gesagt am Bach. Denn Wasser floss hier nicht so viel. Zum Glück gab es Schatten, denn im Fahrzeug war es heiß und der Kühlschrank war am Limit.

Das Blue Eye ist über 125 Meter tief

Idealerweise geht von hier ein Fußweg direkt zur Quelle. Es ist kurz vor 11.00 Uhr und es waren nur zwei weitere Besucher da. Das nutze ich aus, um mit der Drohe ein paar Bilder zu machen. Gut vorbereitet hatte ich Badeschuhe dabei, weil ich durchs flache Wasser laufen wollte. Der erste Schritt war heftig, denn mit 10 Grad ist das Wasser sehr kalt. Es gab kein zurück, ich wollte am Ufer entlang auf die andere Seite. Der andere Besucher schaute mich an und meinte auch „das ist aber sehr kalt„. Nun war es so weit und weitere Besucher kamen mit ihren Handtüchern und Luftmatratzen. Einer ging sogar kurz baden, bevor er sich von der Sonne wieder aufwärmen ließ.

Bei Tauchern sehr beliebt

Die Quelle liegt nah an der Grenze zu Bosnien Herzegowina und ist unter Tauchern beliebt, aber unumstritten. Angeblich soll es das berühmteste Instagram Motiv Europas sein. Denn es ist gefährlich, die 114 – 125 Meter abzutauchen. Danach beginnt ein weit verzweigtes Labyrinth, das zu schmal für einen Menschen ist. Der Fluss selbst ist relativ kurz, seine Länge beträgt nur 105 km. Es gibt tatsächlich zwei Quellen – die Hauptquelle in Cetina (Izvor Cetina) und die weniger beeindruckende Izvor Vukovac.
2017 wurde eine Petition zum Schutz des Flusses ins Leben gerufen. Es wird befürchtet, dass das geplante gasbetriebenes Wärmekraftwerk am See Peruća, das Biosystem zerstört. Das Wasser ist so kristallklar, dass es die Hauptquelle für Trinkwasser in der Region ist. Zusammen mit anderen Quellen reichert das „Blue eye“ den 20 km langen, 500 m breiten und 65 m tiefen Perucko Jezero.

Luftaufnahme vom Blue Eye
Luftaufnahme vom Blue Eye

Daten zum Blue Eye

  • Ca. 125 Meter tief
  • Durchmesser von etwa 15 Metern
  • Einziges Lebewesen ist die endemische Cetin Forelle
  • Dient als Trinkwasserversorgung
  • Seit 1972 ist die Quelle ein geschütztes hydrologisches Denkmal

Serbisch-Orthodoxe Kirche

Wenn man schon an der Quelle ist, kann man sich die Serbisch-Orthodoxe Kirche oberhalb der Quelle ansehen. Sie war verschlossen und wurde 1940 erbaut. Ein Wiederaufbau fand 1974 statt, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Es wurden neue Glocken angeschafft und ein Zaun gebaut. Während des kroatischen Unabhängigkeitskriegs von 1991 bis 1995 wurde das gesamte Inventar von kroatischen Streitkräften niedergebrannt und zerstört 

Große Hunde bewachten unser Fahrzeug am Wohnmobilstellplatz

Uns war es etwas mulmig als wir die großen Hunde unter unserem Fahrzeug gesehen haben. Sie suchten nur Schatten und schienen friedlich zu sein. Jedenfalls nur so lange, bis keine anderen Hunde kommen. Dann gingen sie los und schienen das Gelände zu verteidigen. Andere Hundebesitzer hatten Angst um ihren Hund und verließen lieber diesen Ort. Wir entschlossen uns doch hier nicht zu übernachten und fuhren weiter Richtung Perucko See. Nur einen km von der Quelle entfernt ist eine Brücke, die aus Grabsteinen aus dem 15. Jahrhundert gebaut wurde. Bei unserem Besuch fand eine Restaurierung statt.

Das nächste Ziel war der Perucko See mit Park4Night

Am Perucko Jezero standen wir vor zwei Tagen, aber genau am anderen Ende. Dort hatten wir einen ganz besonderen Menschen kennengelernt, der mit seinem Hund im Wohnmobil lebt und alles Geld aufbrauchen will, weil der Staat ihm später in der Pflegestation oder im Altersheim die Krankenschwester zahlen würde.

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist.
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