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Leben im Wohnmobil – vom Startschuss bis jetzt
Leben im Wohnmobil – am 23. August 2023 war es so weit: Wir gaben den Startschuss für unser neues Leben auf Rädern. Was als Idee begann, wurde Realität, als wir mit unserem Hymer ML-T 620 Richtung Süden rollten. Zwei Jahre später, heute im August 2025, blicken wir zurück auf unzählige Begegnungen, Länder, Erlebnisse und auch auf unser neues Zuhause, den Carthago Liner for Two.
Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, und doch ist so viel passiert. Dieser Bericht ist unser persönlicher Rückblick – ein Erlebnisprotokoll von den ersten Schritten bis zu den neuesten Abenteuern.
2023 – Die ersten Kilometer
Alles begann im Spätsommer 2023. Wir waren aufgeregt, neugierig und ein bisschen nervös. Der Hymer war vollgepackt, vieles doppelt, manches überflüssig. Doch wir wollten einfach los.
Die ersten Wochen führten uns durch Deutschland nach Frankreich und schließlich nach Spanien. Wir testeten sofort, was uns wichtig war: Freistehen. Campingplätze waren nur ein Notstopp, wenn Wäsche gewaschen werden musste. Das Gefühl, einsam an einem See oder in den Bergen zu stehen, war unbeschreiblich – wir wussten sofort: Das ist unser Weg.
2023/24 – Winter in Marokko
Nach einigen Monaten in Spanien entschieden wir uns, die Straße von Gibraltar zu überqueren. Marokko wartete – und es wurde Liebe auf den ersten Blick.
Alltag im Orient
Die Gasversorgung war überraschend einfach: Für 4,50 Euro bekamen wir eine 11 kg Flasche, Trinkwasser war überall problemlos zu haben. Dadurch konnten wir uns frei bewegen – von den Sanddünen bei Merzouga über das Atlasgebirge bis hin zu kleinen Küstenstädten.
Es war nicht nur die Landschaft, die uns faszinierte, sondern auch die Menschen. Offen, neugierig und gastfreundlich. Dieses Kapitel im Leben im Wohnmobil war eines der intensivsten – so sehr, dass wir uns schworen: Wir kommen wieder. Mehr Eindrücke gibt’s im Beitrag Marokko mit dem Wohnmobil.


2024 – Der Balkan ruft
Im März 2024 starteten wir in eine Tour, die uns monatelang beschäftigen sollte: den Balkan. Von Bosnien und Herzegowina über Montenegro bis nach Albanien erlebten wir wilde Natur, unbefestigte Straßen und unzählige Stellplätze, die schöner kaum hätten sein können.
Freiheit pur
In Bosnien standen wir oft direkt am Fluss, in Albanien entdeckten wir kleine Bergdörfer, in denen uns die Bewohner spontan Kaffee anboten. Besonders der Osumi-Canyon bleibt unvergessen – ein Ort, an dem wir das Gefühl hatten, allein auf der Welt zu sein.
Das Freistehen war im Balkan fast selbstverständlich, und wir genossen die grenzenlose Freiheit.







Winter 2024/25 – Ruhe in Griechenland
Nach den intensiven Monaten zog es uns in ruhigere Gefilde. Griechenland empfing uns mit mildem Klima, leeren Stränden und viel Zeit zum Durchatmen.
Einsame Strände, urige Klöster
Griechenland zeigte sich von seiner schönsten Seite: menschenleere Buchten, antike Stätten, karge Berge und duftende Kräuterwiesen. In der Bucht von Karavostasi standen wir direkt am Meer, mit Blick auf ein altes Schiffswrack.
Auch Wanderungen kamen nicht zu kurz – ob durch verlassene Dörfer, zu entlegenen Wasserfällen oder zu einer kleinen Kapelle hoch über dem Meer. Das Leben im Wohnmobil ist hier entschleunigt, naturnah und oft einfach nur wunderschön. Einblicke in unsere griechischen Erlebnisse findest du auch im Artikel Freistehen in Griechenland.






März 2025 – Der große Wechsel
Nach eineinhalb Jahren im Hymer wussten wir genau, was wir wollten – und was uns fehlte. Anfang März 2025 fuhren wir in nur zwei Tagen von Griechenland nach Deutschland. Grund: Wir hatten uns für einen Fahrzeugwechsel entschieden.
Einzug in den Carthago
Der Carthago Liner for Two 53L wurde unser neues Zuhause. Mit mehr Platz, besserer Technik und mehr Komfort passte er perfekt zu unserem Lebensstil. Wir ließen gleich zwei 60-Liter-Gastanks, 600 Ah Lithiumbatterien und 720 Watt Solar einbauen. Außerdem kam die tinywash-Waschmaschine dazu – eine echte Erleichterung. Im August 2025 hatten wir dann einen Termin für den Einbau einer Hubstützanlage bei Carsten Stäbler.
Plötzlich war das Leben im Wohnmobil noch autarker und komfortabler.
Frühjahr & Sommer 2025 – Zurück in Deutschland
Mit dem neuen Liner starteten wir erste Testfahrten: in die Fränkische Schweiz, an den Fermasee, in den Schwarzwald und auf die Traumschleife Ruwer-Hochwald. Auch Wanderungen wie die durch die Massendorfer Schlucht oder auf den Hesselberg haben unseren Sommer bereichert.
Es war eine entspannte Phase, in der wir unser neues Zuhause ausprobierten, technische Systeme testeten und trotzdem viel Zeit in der Natur verbrachten.
Heute – August 2025
Heute, im Spätsommer 2025, blicken wir auf zwei ereignisreiche Jahre zurück. Wir sitzen gerade in Deutschland, bereiten unser Wohnmobil vor und planen schon das nächste große Ziel: Im November 2025 geht es wieder nach Marokko.
Wir freuen uns riesig auf die Wüste, die Berge und die Gastfreundschaft, die uns schon beim ersten Mal so begeistert haben. Diesmal sind wir noch autarker, entspannter und erfahrener – und können das Land sicher noch intensiver erleben.
Fazit: Leben im Wohnmobil – eine Reise ohne Ende
Leben im Wohnmobil bedeutet für uns nicht Urlaub, sondern Alltag in Bewegung. Zwei Jahre haben uns gezeigt, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein. Es ist ein Leben voller Freiheit, manchmal auch voller Improvisation – aber immer voller Abenteuer.
Ob in der marokkanischen Wüste, an griechischen Stränden oder in deutschen Mittelgebirgen – wir fühlen uns zu Hause, egal wo wir stehen. Und das Schönste ist: Unsere Reise geht weiter.

Sehr gut. Einfach machen. Ich war von März 2021 bis Sommer 2024 auch dort unterwegs. Marokko….! Aus alters- und gesundheitsgründen bin ich an der Algarve hängengeblieben und lebe jetzt in einem kleinen portugiesischen Häuschen. Ich habe keinen Tag bereut,- ich auch immer für ein paar Tage mit meinem Ducato unterwegs. Vielleicht,- jetzt noch mal im Winter rüber nach Marokko. Die Wüste ruft! Allzeit gute Fahrt, Der Oderländer on Tour
Diesen einen Schritt zu wagen und ein neues Leben zu beginnen kann nicht jeder. Meistens sind es aber die finanziellen Möglichkeiten. Wir haben fleißig gearbeitet und gespart. Momentan wollen wir so lange reisen wie wir Lust haben. Ob wir danach wieder in die Heimat fahren oder uns auch irgendwo niederlassen? Wir lassen es auf uns zukommen.
Hallo
eure Berichte sind sehr interessant zu lesen.
Bin jetzt 73 Jahre und zu alt für so ein Vorhaben.
war immer mein Traum.
Weiterhin wünsche ich euch eine schöne Zeit.
LG Manfred
Ja manchmal ist es zu spät im Leben und kann verschiedene Gründe haben. Manchmal traut man sich aber auch nicht diesen Schritt zu machen und den Job zu kündigen oder alles hinter sich zu lassen.
Deine Berichte fesseln mich. Ich würde auch so gern eine Überwinterung in Marokko machen. Letzten Winter haben wir ja von Gibraltar + Tarifa rüber geschielt. Mein Mann weigert sich leider, wenn das Thema auf Afrika kommt.
Vielleicht kann ich es ihm doch noch schmackhaft machen.
Ich habe beim erzählen mit anderen Personen schon oft vorbehalte über Marokko gehört. Dabei haben wir Marokko als sehr gastfreudliches Land kennengelernt. Ganz zu schweigen von der Sicherheit, die wir als sehr gut bezeichnen. Ja es geht in dem Land anders zu als in Europa, aber wollen wir immer das gleiche erleben? Wir nicht, und wollen nach zwei Jahren wieder rüber.