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Ravennaschlucht – schon der Name klingt geheimnisvoll und zieht Naturliebhaber, Wanderer und Fotografen gleichermaßen an. Die Schlucht liegt idyllisch im Schwarzwald, nur wenige Kilometer von Freiburg im Breisgau entfernt und damit auch ganz in der Nähe der französischen Grenze. Wer hier wandert, erlebt ein Zusammenspiel aus Natur, Geschichte und spektakulären Landschaftseindrücken.
Wir entschieden uns, die Tour an einem Wochentag zu starten. Am Wochenende kann es hier richtig voll werden, vor allem an den unteren Parkplätzen beim Eingang zur Schlucht. Diese sind kostenpflichtig, oft überfüllt und für größere Wohnmobile wie unseren Carthago Liner eher ungeeignet. Deshalb fuhren wir direkt zum oberen Einstieg. Dort war es deutlich entspannter: viel Platz, keine Parkplatzprobleme und der Vorteil, dass wir die Wanderung zunächst bergab beginnen konnten.
Der Weg in die Tiefe
Sanfter Start
Vom oberen Einstieg führt der Weg sanft abwärts in das bewaldete Tal. Schon nach den ersten hundert Metern stießen wir auf eine historische, wasserbetriebene Seiltriebmühle. Hier konnte man sogar die Tür öffnen und einen Blick ins Innere werfen: das alte Wasserrad, die großen Zahnräder und die Lederriemen waren noch gut erhalten. Historisches zum Anfassen fanden wir wirklich toll und es passte perfekt zur besonderen Atmosphäre der Schlucht.




Kleine Wasserfälle und Fotomotive
Die Ravennaschlucht überrascht immer wieder mit kleinen Wasserfällen, die sich über moosbewachsene Felsen ergießen. Manche davon queren direkt den Wanderweg, sodass man kurz stehen bleiben muss, um trockenen Fußes weiterzukommen. Für Fotografen ist die Schlucht ein Paradies – das Zusammenspiel aus Wasser, Felsen und Wald bietet unzählige Motive.
An dieser Stelle fühlten wir uns ein wenig an unsere Touren durch die Wieslaufschlucht erinnert, die ähnlich imposant wirkt. Doch während diese eher klein und überschaubar ist, beeindruckt die Ravennaschlucht mit ihrer Größe und Vielfalt.







Das Herzstück der Schlucht
Das Ravennaviadukt
Spätestens am unteren Ende wartet das wohl bekannteste Highlight: das große Ravennaviadukt. Es gehört zur Höllentalbahn, die sich hier über 36 Meter hoch auf mächtigen Pfeilern durch die Landschaft spannt. Der Kontrast zwischen der Natur und diesem Bauwerk macht die Szenerie besonders reizvoll.
Wenn die Sonne durch die Bäume scheint und das Wasser unter dem Viadukt rauscht, wirkt die Szenerie fast magisch. Kein Wunder, dass dies einer der beliebtesten Fotospots im Schwarzwald ist.

Große Wasserfälle
Neben dem Viadukt konzentrieren sich am unteren Teil der Schlucht die eindrucksvollsten Wasserfälle. Das Wasser stürzt hier in mehreren Stufen hinab, teilweise direkt neben dem Wanderweg. Das Rauschen ist überall präsent und verleiht der Tour eine ganz eigene Dynamik.
Für uns gehört die Ravennaschlucht definitiv zu den schönsten Wanderungen, die wir in den letzten Monaten unternommen haben. Sie reiht sich problemlos in unsere Highlights ein – ähnlich wie die Geroldsauer Wasserfall oder die Gertelbach Wasserfälle im Nordschwarzwald.
Kein Rundwanderweg – unsere Varianten
Wichtig zu wissen: Die Ravennaschlucht bietet keinen klassischen Rundwanderweg. Wer also den gesamten Weg erleben möchte, läuft die Strecke entweder ein zweites Mal – was aufgrund der landschaftlichen Schönheit absolut lohnenswert ist – oder biegt etwa auf halber Strecke ab. Dieser Abzweig führt durch einen stillen Wald, in dem wir viele Pilze entdeckten. Wir ließen sie allerdings bewusst stehen, da wir uns beim Bestimmen nicht gänzlich sicher waren. Trotzdem war dieser Abschnitt eine schöne Ergänzung und brachte zusätzliche Abwechslung in die Tour.







Praktische Tipps für die Wanderung
Parkmöglichkeiten
Wie schon erwähnt: Wer mit einem größeren Fahrzeug unterwegs ist, sollte unbedingt am oberen Einstieg parken. Unten wird es eng, und die Parkplätze sind zudem gebührenpflichtig.
Schwierigkeit und Dauer
Die Wanderung durch die Ravennaschlucht ist technisch nicht schwierig, aber stellenweise schmal und rutschig. Festes Schuhwerk ist also Pflicht. Je nach Tempo und Fotopausen braucht man für die Strecke zwischen zwei und drei Stunden.
Beste Zeit für den Besuch
Im Frühling führt das Wasser besonders viel Schmelze, wodurch die Wasserfälle noch imposanter wirken. Im Sommer ist es angenehm kühl in der Schlucht, was eine perfekte Abwechslung zu heißen Tagen in Freiburg darstellt. Im Herbst wiederum verzaubert das bunte Laub die Landschaft. Nur im Winter sollte man vorsichtig sein – Eis und Schnee können den Weg sehr glatt machen und der Bürgermeister untersagt das Betreten strikt.
Geschichte und Besonderheiten
Die Ravennaschlucht ist nicht nur ein Naturerlebnis, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte. Schon im Mittelalter nutzten Mönche des Klosters St. Peter diesen Weg, um Holz zu transportieren. Später wurde das Tal für die Glasproduktion genutzt, da es reichlich Holz als Energiequelle bot. Noch heute erinnern einige Relikte daran, dass die Schlucht nicht immer so friedlich war wie heute.
Besonders spannend fanden wir die Verbindung von Natur und Technik: Einerseits das urige Tal mit seinen wilden Wasserfällen, andererseits das imposante Viadukt der Höllentalbahn. Dieser Gegensatz macht die Wanderung einzigartig.
Vergleich zu anderen Schluchten
Wir haben in den letzten Monaten mehrere Schluchten im süddeutschen Raum besucht. Neben der Ravennaschlucht beeindruckte uns zum Beispiel die Wolfsschlucht Wanderung, die deutlich wilder und abenteuerlicher wirkt. Wer gerne abseits befestigter Wege unterwegs ist, wird dort genauso begeistert sein.
Die Ravennaschlucht hingegen ist besser erschlossen und dadurch auch für Familien gut machbar. Sie vereint Abenteuer mit Komfort – und genau das macht sie für viele Besucher so attraktiv.
Unser Fazit
Die Ravennaschlucht ist ein Muss für alle, die den Schwarzwald besuchen. Egal, ob man nur eine kurze Runde drehen oder die gesamte Strecke mit dem Viadukt erleben möchte – die Eindrücke bleiben lange im Gedächtnis. Für uns war es eine der schönsten Touren der letzten Monate, die wir uneingeschränkt weiterempfehlen können.
Wer die Tour entspannt genießen will, sollte möglichst an einem Wochentag starten und sich Zeit nehmen, um die vielen kleinen Wasserfälle und Fotospots zu entdecken. Auch wenn es keinen klassischen Rundwanderweg gibt, lohnt sich die Strecke gleich doppelt – ob auf dem Rückweg oder mit der spannenden Alternative durch den Wald. Dann wird die Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Moin Jochen,
das Kompliment gebe ich mal zurück!
Auch auf deinem Blog gefallen mir die Bilder besser als auf FB.
LG Mikesch