Unsere Reise führte uns zum Embassament de la Baells, einem Stausee im katalanischen Hinterland in der Provinz Barcelona, unweit des Ortes Cercs. Schon die Anfahrt durch die hügelige Landschaft machte neugierig auf das, was uns erwartet. Direkt am Stausee befindet sich ein großzügiger Parkplatz, der auch für große Fahrzeuge problemlos geeignet ist. Für uns mit dem Wohnmobil war das ideal, denn wir konnten direkt neben dem See stehen und die Umgebung in aller Ruhe auf uns wirken lassen.
Der Wasserstand des Sees war zu diesem Zeitpunkt relativ niedrig, was man an den freigelegten Uferzonen deutlich erkennen konnte. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – hatte der See eine ganz besondere Ausstrahlung. Besonders fasziniert hat uns die Farbe des Wassers, die je nach Lichteinfall zwischen Grün- und Türkistönen wechselte. Diese intensive Färbung bildet einen starken Kontrast zur kargen, teils felsigen Umgebung und verleiht dem Ort trotz des niedrigen Pegels eine beeindruckende Wirkung.
Das tatsächliche Ausmaß des Stausees lässt sich vom Boden aus nur erahnen. Erst aus der Luft wird deutlich, wie weitläufig das Becken ist und wie sich das Wasser durch die Landschaft zieht. Deshalb habe ich die Drohne steigen lassen. Die Aufnahmen von oben zeigen eindrucksvoll die Dimensionen des Embassaments, die Strukturen der freigelegten Ufer und die Einsamkeit dieser Gegend. Gerade bei niedrigem Wasserstand entstehen spannende Formen und Linien, die aus der Vogelperspektive besonders gut zur Geltung kommen.
Nach den Drohnenaufnahmen sind wir noch ein Stück am Ufer entlanggelaufen. Der Spaziergang war ruhig und entspannend, begleitet von weitem Blick über den See und die umliegenden Hügel. Dabei stießen wir immer wieder auf vereinzelt stehende Häuser, abgeschieden und fernab jeglicher Hektik. Es wirkt so, als würden diese Gebäude nur zu bestimmten Jahreszeiten genutzt – vielleicht als Rückzugsorte oder Ferienhäuser. Diese Mischung aus Weite, Stille und vereinzelter Besiedlung verleiht dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre.
Der Embassament de la Baells wurde in den 1970er-Jahren angelegt und dient bis heute mehreren Zwecken: der Trinkwasserversorgung, der Stromerzeugung sowie der Regulierung von Hochwasser. Eingebettet in eine landschaftlich reizvolle Region am Rand der Pyrenäen ist er nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern auch ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber. Wanderer, Angler und Ruhesuchende finden hier einen Ort, der je nach Wasserstand immer wieder ein anderes Gesicht zeigt.
Auch mit wenig Wasser hat uns der Stausee beeindruckt. Die Farben, die Weite und die Ruhe machen den Embassament de la Baells zu einem lohnenswerten Stopp, besonders für alle, die gerne abseits der bekannten Routen unterwegs sind.





