Bei starkem Regen kommen wir am Lac du Salagou an. Der Stausee liegt ruhig zwischen den Hügeln, und auf einem einfachen Wohnmobilstellplatz finden wir einen Platz für die Nacht. Während der Regen auf das Dach prasselt, warten wir erst einmal ab. Drei Stunden später klart es endlich auf, und wir beschließen, die Gelegenheit zu nutzen.
Unser Ziel liegt nur etwa drei Kilometer entfernt: das verlassene Dorf Celles.
Der Weg dorthin ist schnell gefunden. Schon von Weitem wirken die Häuser seltsam still. Viele Gebäude sind verfallen, Fenster fehlen, Mauern bröckeln, und große Zäune sperren weite Teile des Dorfes ab. Man merkt sofort, dass hier einmal deutlich mehr Leben gewesen sein muss.
Trotzdem ist Celles nicht ganz so verlassen, wie es auf den ersten Blick wirkt. Es gibt noch ein Rathaus und eine Kirche. Bei zwei Häusern sehen wir sogar Anzeichen dafür, dass sie bewohnt sind. Und direkt am Rathaus hängen vier Briefkästen – ein kleines Detail, das zeigt, dass hier tatsächlich noch Menschen leben.
Gerade deshalb wirkt der Ort so widersprüchlich. Ein paar Spuren von Leben, aber ringsherum viel Verfall. Schade eigentlich, denn die Lage direkt oberhalb des Stausees ist wirklich perfekt. Mit Blick auf das Wasser und die roten Hügel rund um den Lac du Salagou könnte Celles eigentlich ein wunderschöner Ort zum Leben sein.
Celles liegt im Département Hérault in Südfrankreich, direkt am Lac du Salagou. Als der Stausee in den 1960er-Jahren geplant wurde, verließen die meisten Bewohner das Dorf aus Angst, dass es überflutet werden könnte. Dazu kam, dass der Ort damals ohnehin schon unter Abwanderung litt. Am Ende blieb das Wasser jedoch deutlich unterhalb des Dorfes stehen – und Celles blieb weitgehend verlassen zurück.










