Albanien

Shkodra eine Stadt der Kontraste

Eine Fotoreise durch Shkodra in Albanien

Als Fotograf hatte ich mir schon vor Reiseantritt eine Fototour durch Shkodra vorgenommen. In einer Stadt mit über 140 000 Einwohnern sollte es genug Fotomotive geben. Mein Ziel war, die Pferdekutschen, Dominospieler und eben das einfachere Leben in Bildern festzuhalten. Genau das ist mir gelungen und freue mich ein paar Bilder davon zeigen zu können.

Ein kurzer Fußmarsch von 15 Minuten von unserem Wohnmobilstellplatz Windmill Shodra ins Zentrum war schon beeindruckend. Im Zentrum angekommen, begann dann die Reizüberflutung. Der Verkehr ist dicht und die Häuser wechseln sich von modern bis verkommen ab. Eigentlich weiß man gar nicht, welches Motiv zuerst in den Kasten soll. Diese dreirädrigen Mopeds mit den Schrottsammlern sieht man häufig. Mein Eindruck wird sich noch später bestätigen, dass hier anscheinend alles wieder repariert wird. Später werden wir die gebrauchten Waschmaschinen auf dem Gehsteig wiederfinden.

Der Lebensstandard ist niedrig

Auf den Gehsteigen wird alles Mögliche verkauft, das wieder instandgesetzt wurde. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kettensäge schon 10 Jahre alt ist oder der Wasserhahn irgendwo ausgebaut wurde. In Deutschland würde man vermutlich alles wegwerfen, nur nicht hier. Es wird mit allem Geld gemacht, weil der Lebensstandard so gering ist. Zumindest bei sehr vielen, denn schaut man sich die Autos an, dann müssen manche Albaner viel Geld haben. Nur ein paar Meter weiter kamen einige kleine Geschäfte, die mehr Ware auf den Gehsteig stellen als sie im Laden anbieten. Bei uns wäre das unvorstellbar.

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Das Leben spielt sich auf der Straße ab

Es laufen viele Hunde frei herum, waren aber alle friedlich. Nichts stört sie und schlafen mitten auf dem Gehsteig. Daneben eine Frau, die Weintrauben und Peperonis aus ihrem Garten verkaufen möchte. Eine Straße weiter eine ganze Reihe, die am Gehsteig sitzen und Obst und Gemüse verkaufen wollen. Hier gibt es kein Ordnungsamt, das kontrolliert. Wer etwas kaufen will, einigt sich und fertig. Alles geht so einfach und muss nicht reguliert werden.

Dominospieler konnten teils Deutsch sprechen

Dominospieler habe ich einige gesehen, die auf ausgedienten Kartons saßen und sich den Tag vertrieben. Es scheint ein Volkssport zu sein, weshalb ich auch ein paar angesprochen hatte. Wollte ich sie doch fotografieren und mir vorher das okay holen. Alle waren sehr freundlich und hatten nichts dagegen. Aus der Anfrage entstand ein Gespräch, in dem wir uns halbwegs verstanden. Also, ich kann nichts Negatives über das Land erzählen. Alle Vorurteile, die ich im Internet gefunden hatte, wurden nicht bestätigt.

Dominospieler in Shkodra
Dominospieler auf der Straße

Es gab auch Schattenseiten

Für uns sind es Schattenseiten, für die Albaner vermutlich normal. Ob der Schuster, der in einem 4 qm kleinen Raum Schuhe repariert oder der Schrottsammler. Alle sehen ärmlich aus und trotzdem machen sie ihre Arbeit mit Freude. Das Chaos in den Werkstätten ist für einen Europäer undenkbar. Aber genau das habe ich gesucht und wollte es in Fotos festhalten. Ich habe alle Personen um Erlaubnis für ein Foto gebeten und keiner hatte etwas dagegen. Einer wollte unbedingt mit aufs Bild. Das zeigte mir, dass er trotz Unordnung in seiner Fahrradwerkstatt stolz auf sein Geschäft ist.

Gebrauchte Waschmaschinen

Am Anfang von meinem Bericht habe ich schon erwähnt, dass die Schrottsammler die Waschmaschinen wieder reparieren und am Gehsteig verkaufen. Solche Läden haben wir ein paar gesehen und stellen schon mal 15-20 Geräte vor das Geschäft. Eine Garantie wird man nicht bekommen und trotzdem scheint das Geschäft zu gehen. Wir können es nur vermuten, aber aus Geldmangel wird so gut wie alles wieder in Gang gesetzt.

Gebrauchtladen in Shkodra
Gebrauchte Waschmaschinen

Für die Stadt braucht man mehr als einen Tag

Viele Eindrücke hab ich in den 4 Stunden durch die 140 000 Einwohner Metropole gewonnen. Meine Meinung ist, hier ist die Kluft zwischen Arm und Reich besonders groß. Während der einfache Bürger sein Gemüse aus dem Garten verkaufen muss, um zu überleben, fahren andere mit einem 8 Zylinder Auto durch die Stadt. Das sind Kontraste, die ich nicht erwartet habe. Was ich noch erwähnen möchte, die die vielen Vogelkäfige, die überall hängen. Sei es in der Autowerkstatt oder an der Straßenkreuzung. Überall haben wir diese Käfige gesehen.

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist.

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