Deutschland

Falknerei Herrmann Plauen

Falknerei Herrmann ist Ostdeutschlands größte Anlage

FASZINATION GREIFVÖGEL erleben

Es inzwischen mein dritter Besuch bei Hans-Peter Herrmann von der Falknerei Herrmann, der sich mit der Anlage einen Kindheitstraum erfüllte. Er ist ausgebildeter Forstwirt und machte 2003 seinen Abschluss zum Falkner. Es folgten Arbeiteten als Falkner in Bayern, Österreich und Spanien. Seinen Traum von einer eigenen Falknerei ließ er dabei nie aus den Augen. Es dauerte bis 2009 als er am Stadtrand von Plauen das passende Gelände fand. Auf 500 qm fing er mit 5 Vögeln an.

Hans-Peter hat eine besondere offene Art, die ihm sehr sympathisch macht. Das ist bestimmt auch einer der Gründe, warum er beim Publikum so gut ankommt. Es kommen immer mehr Besucher und die Falknerei entwickelte sich prächtig.

Hans-Peter Herrmann mit einem Adler
Falknerei Herrmann Plauen

Die größte Falknerei in den neuen Bundesländern

2019 fand eine deutliche Vergrößerung auf 30.000 qm statt. Damit ist sie die größte Falknerei der neuen Bundesländer mit 60 Greifvögeln. Zum Erfolg hat auch die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband und auch dem Verkehrsverbund beigetragen. Kostenlose Parkplätze oder die Bushaltestation vor der Tür sind beste Voraussetzungen. Pro Jahr kommen zehntausende Besucher und erleben eine Show, bei der die Vögel nur knapp über den Köpfen der Zuschauer dahinschweben.

Dann kam Corona und die Einnahmen fehlten

Der 1.Lockdown war eine schwierige Zeit, weil wir rund 600.000 Euro in den Umbau gesteckt hatten und nun die Einnahmen wegbrechen. Es gab aber auch Spenden, die ihm geholfen haben. Dann begann das Ostergeschäft und die ersten Einnahmen kamen rein. Danach begann erneut eine Zeit voller Chaos mit der Begrenzung der Besucherzahlen pro Veranstaltung. Aber es sollte nicht enden und es kam der 2. Lockdown der eine Absage von „Die Nacht der Eulen“, dem Weihnachtsmarkt und aller Veranstaltungen. Staatliche Hilfen gab es keine.

Aktuell läuft es wieder halbwegs normal. Der Publikumslieblinge, die sibirische Uhudame Olga dreht wieder ihre Runden. Mit ihrer 1,6 Meter Flügelspannweite und 2,5 kg ist sie die größte Eulenart der Welt. Besonders beliebt ist seit dem Umbau auch der Streichelzoo.

[amazon box=“B07BK6P6BF“]

Anreise mit dem Wohnmobil

Ich wurde inzwischen zum dritten Mal von einem guten Freund zu einer Fototour zur Falknerei Herrmann eingeladen. Wir hätten wieder das Gelände für uns alleine und Hans-Peter steht uns für Verfügung. Ich nutzte die Anreise mit meinem Wohnmobil und stellte mich tags zuvor auf den neuen und vergrößerten Parkplatz. Ich kenne die Anlage seit 2018 und war neugierig auf die Veränderungen. Per Drohne gings über das stark vergrößerte Gelände. Die Tribüne scheint noch an gleicher Stelle zu sein, aber es kamen viele Gebäude dazu.

Wir haben die komplette Anlage für uns alleine

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man mit seinen Freunden (wir waren 5 Personen) eine exklusive Flugshow bekommt. Hans-Peter begrüßte uns gewohnt locker und stellt sonst immer die Frage, mit welchen Vogel wir beginnen wollen. Heute war es aber anders, denn er hatte Jungvögel, die er ins Gras setzte. Das waren die perfekten Motive für den Anfang.

Wir wollen die kleinen Vögel zuerst fotografieren

Wir nehmen gerne die kleine Eule zum warm werden, denn sie ist weiß, hebt sich deshalb gut vom Hintergrund ab und sie ist recht langsam. Danach steigern wir uns und die Vögel werden immer größer. Das Team von Hans-Peter, er ist heute nicht alleine, geht auf alle Wunsche von uns ein. Wir positionieren ihn immer wieder neu, damit das Licht passt. Er schickt dann den Vogel zu seiner Mitarbeiterin, die ihn mit Hühnerfüßen anlockt. Für uns heißt es dann gut fokussieren und eine Serienaufnahme machen.

Adler während des Flugs fotografieren ist schwierig

Nachdem es mein dritter Besuch ist, kenne ich mich inzwischen gut aus und weiß wie die Tiere sich verhalten. Der Adler steigt meistens erst einmal hoch hinauf und dreht ein paar Runden. Wir als Laien würden sagen, hoffentlich kommt er wieder. Aber keine Sorge, der Adler verschafft sich erst einmal einen Überblick, bevor er zum Falkner zurückkommt. Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um ihn während des Flugs zu fotografieren. Aber es gehört Übung und eine gute Fotoausrüstung dazu.

Adler landet im Wasserbecken

Schon bei meinem ersten Besuch 2018 war es ein Wunsch von mir, den Adler in einem Wasserbecken landen zu lassen. Hans-Peter sagte, dass es kein Problem ist. Üblich wird er mit Hühnerfüßen angelockt und landet im Wasser. Dabei wollen wir Fotografen nicht nur Fotos beim Eintauchen, sondern auch beim aus dem Wasser auftauchen machen. Diese Fotos waren aber nur mit einem 100-400 mm Objektiv möglich, weil wir einen gewissen Abstand zum Tier halten sollten.

Ein Geier mit über 2 Meter Spannweite läuft durch das Gras

Es wurde noch angeboten, dass wir Fotos vom Geier machen könnten, wie er in der Wiese läuft. Da sagen wir natürlich nicht nein, sollten aber Geduld haben. Denn das klappt nicht immer auf Anhieb. Hans-Peter lockte den großen Vogel und wir lagen alle im Gras und warteten auf den perfekten Schuss.

Die Krönung des Tages war die Landung eines Adlers auf dem Arm

Was soll man dazu noch sagen, bestückt mit einem Lederhandschuh und etwas Futter durfte ich den Adler anlocken. Aus weiter Entfernung sah er das Futter zwischen meinen Fingern und flog auf mich zu. Majestätisch flog er auf meinem linken Arm zu und landete dort. Wow, das ist ein unvergessliches Erlebnis.

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner