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Caminito del Ray

Caminito del Rey: Erkundung entlang der Schlucht von Malaga

Vorbereitung und Anreise: Ein langersehntes Abenteuer – der Caminito del Rey

Die Faszination für den Caminito del Rey in Spanien hat mich schon lange in ihren Bann gezogen, und endlich war es soweit. Doch die Herausforderungen begannen bereits bei der Planung. Die begehrten Tagestickets sind Wochen im voraus ausverkauft, und so blieb mir keine andere Wahl, als Tickets mit einem Guide zu buchen, die immer kurzfristig noch zu haben sind. Die Führungen werden nur in englisch und spanisch angeboten.

Die Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe des Caminito del Rey sind begrenzt, insbesondere für Wohnmobilreisende. Wir entschieden uns deshalb dafür, eine weitere Nacht in Antequera zu verbringen, wo Wildcampen geduldet wird. Man steht hier oberhalb der Stadt in der Nähe der Festung Alcazaba von Antequera und hat eine herrlichen Ausblick. Auf Google Maps ist der Platz sogar als Parking Camper eingetragen.

Frei stehen in Antequera mit Blick auf die Festung
Freistehen in Antequera mit Blick auf die Festung

Ticketkauf und Shuttle Bus: Formalitäten und Ungewissheiten

Der Erwerb der Tickets gestaltete sich als umständliche und in meinen Augen unnötige Prozedur. Die Registrierung auf der offiziellen Website des Caminito del Rey war der erste Schritt, wobei Reisepassnummer und E-Mail-Adresse abgefragt waren. Die Tickets selbst kosteten 10 Euro pro Person, zusätzlich je 8 Euro für den Guide und eine einmalige Verwaltungsgebühr von 3 Euro. Nach der offiziellen Registrierung muß man noch eine Uhrzeit auswählen, zu der die Führung losgehen soll. Die Option, angeblich gleichzeitig Shuttlebus-Tickets für 2,50 Euro pro Person zu erwerben, funktionierte bei uns nicht. Man kann aber beim Busfahrer in bar bezahlen, Kartenzahlung ist noch nicht möglich.

Das Parken in der Nähe des Caminitos ist für Wohnmobile schon eine kleine Herausforderung. Da der Caminito del Rey eine Einbahnstraße ist, muss zwischen dem Parken am Eingang oder Ausgang gewählt werden bzw. auf dem Parkplatz des Besucherzentrums, welches sich ungefähr in der Mitte befindet. Hier haben wir geparkt. Alle Optionen erfordern die Nutzung des Shuttle-Busses, der zwischen den Punkten hin und her pendelt. Die Informationen auf der offiziellen Website sind verwirrend und unvollständig, besonders für Wohnmobilreisende.

Wichtige Hinweise für die Wanderung: Sicherheit und Vorbereitung

  • Auf der offiziellen Seite des Caminito del Rey steht, dass Rucksäcke verboten sind. Allerdings sind hier große Wanderrucksäcke und keine kleinen, handlichen Exemplare gemeint. Ihr dürft also sehr wohl Rucksäcke mit euch führen, um Getränke, Essen, Kamera und andere Dinge zu verstauen. Der Rucksack sollte einfach nur nicht größer als ein normaler Tagesrucksack sein.
  • Selfiesticks bitte Zuhause lassen. Sie sind auf dem kompletten Wanderweg verboten, was wir auch sehr gut finden. Da die Wege teilweise ziemlich schmal sind, wäre es einfach nur extrem nervig, ständig irgendwelche Selfiestangen vor dem Gesicht zu haben.
  • Im Caminito del Rey ist Helmpflicht angesagt. Allerdings müsst ihr nicht selbst einen mitbringen, sondern bekommt am Eingang einen ausgehändigt. Denkt gar nicht daran den Helm einfach abzunehmen. Innerhalb des Wanderweges werdet ihr mehrmals Angestellte treffen, die auf die Helmpflicht achten.

Caminito del Rey: Ein Schritt in die Vergangenheit und Gegenwart

Wir hatten unsere Tickets für 13.20 Uhr gebucht und waren zeitig genug auf dem Parkplatz am Besucherzentrum angekommen. Der Shuttle-Bus brachte uns problemlos zur Gastwirtschaft El Kiosko, von der aus man den restlichen Weg zum Caminito zu Fuß zurücklegen muß.

Doch wo geht es zum Caminito del Ray?

Zwei Holländer zeigten es uns. Man muß die Straße ca. einen halben Kilometer zurück laufen bis man vor einem Tunnel steht. Hat man diesen gut beleuchteten, aber etwas niedrigen Tunnel durchquert, führt der Weg noch ca. 1,5 km weiter durch den Wald. Am Eingang des Caminotos werden die Besucher „getrennt“ in die mit und die ohne Führung. Wer mit Führung gebucht hat, wartet bis die Maximalstärke seiner Gruppe erreicht ist und es geht los, unabhängig von der gebuchten Uhrzeit!

Einweisung des Guide und Helmausgabe

Nach der Helmausgabe und einer kurzen Einweisung begann die Wanderung an einem kleinen Wasserkraftwerk, wo uns der Guide etwas über die Geschichte erzählte. Der ohrenbetäubende Lärm der Wassermassen machte jedoch eine vollständige Verständigung nahezu unmöglich.

Die Wanderung dauerte etwas über 2 Stunden und war weniger herausfordernd als erwartet. Der erste Kilometer bot viel Interessantes, aber die Renovierung des einst gefährlichsten Wanderweges der Welt hat ihm einiges vom ursprünglichen Charme genommen.

Der zweite Abschnitt war eher wie ein Wanderweg in der Heimat. Der Guide erklärte viel zu Fauna und Flora im Canyon und erläuterte, wie der Weg zu seinem Namen gekommen ist. Danach ging der Weg so weiter wie er begonnen hatte, in den steilen Felsen. Der überwiedende Teil der Strecke führte an einer senkrecht nach unten gehenden Wand entlang. Unter diesem neuen Weg ist der alte noch erhalten geblieben und an vielen Stellen sehr gut sichtbar.

Kurz vor Schluß überspannt eine Hängebrücke den Canyon. Hat man diese überwunden, verläuft der Weg nochmals am Felsen entlang bis zu einigen Treppen mit schmalen Stufen. Oben angelangt endet der Weg unerwartet. Hier verabschiedet sich der Guide, wünscht einen schönen Tag und man steht mitten im Nirgendwo. Dem einzig möglichen Weg folgend erreicht man die Haltestelle des Shuttle-Busses nach ca. 2 km Fußmarsch.

Fazit der Wanderung: Zwischen Nostalgie und Moderne

Mein Fazit nach der Wanderung ist zwiespältig. Der Weg hat nach der Renovierung ziemlich viel von seinem ursprünglichen Charme verloren, doch die Sicherheitsaspekte gehen nunmal vor. Die Höhenangst sollte man nicht unterschätzen, aber auch nicht überbewerten, besonders auf der Hängebrücke und an Stellen mit schmalen Treppenstufen und Blick in die Tiefe. Trotzdem bereuen wir die Ausgaben für Eintritt und Bus nicht, da der Caminito del Rey fest in unserem Reiseplan verankert war, und wir nun eine einzigartige Erfahrung gemacht haben. Die Fotos, so realitätsgetreu sie auch sein mögen, können die einstige Gefahr und Herausforderung des Weges kaum vermitteln.

Jochen Bake

Als Spätzünder habe ich erst mit 43 Jahren mit dem Reisen angefangen. Zuerst mit einem Wohnwagen und seit 2019 mit einem Hymer ML-T 620. Dabei wird versucht, so oft wie möglich frei zu stehen. Ging es bisher hauptsächlich nach Kroatien und Österreich, wird jetzt Albanien und deren Nachbarländer bereist. Seit 10/2023 haben wir unsere Jobs gekündigt und reisen das ganze Jahr durch Europa.

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